BESCHREIBUNG DES PROJEKTS
Hintergrund
Die neue Richtlinie 2014/95/EU stellt einen wichtigen Schritt für die Sensibilisierung des Themas Nachhaltigkeit und die positive Bedeutung der Nachhaltigkeitspraktiken von KMUs sowie Einrichtungen und gemeinnützigen Organisationen dar. Auch wenn diese Richtlinie lediglich große Unternehmen tangiert, führte sie schließlich zur Idee, einen Project Manager für integrierten Report (PMIR) zu schaffen.
Dabei zahlt sich die bewährte Praxis aus, die Wirtschafs- und Sozialbilanzen miteinander zu kombinieren, das bedeutet, ein separates Dokument aufzubereiten, das den Aufwand des Unternehmens in Bezug auf Nachhaltigkeitsthemen beschreibt.
Das neue Berufsbild des Project Managers für integrierten Report ist nicht nur eine Antwort auf die rechtlichen Vorschriften, sondern erfüllt gleichzeitig die Nachfrage einer Gesellschaft, die mehr und mehr auf die sozialen Konsequenzen achtet, die Entscheidungen von Unternehmen haben. Zudem erfüllt das Berufsbild die betrieblichen Anforderungen der Unternehmen und Organisationen, die sich der Relevanz des Nachhaltigkeitsthemas bewusst sind. Das Thema Nachhaltigkeit bietet die Möglichkeit, Integrated Thinking sowohl intern als auch extern an Stakeholder zu vermitteln.
Der PMIR wird die Organisation der Maßnahmen hin zu Nachhaltigkeit begleiten, die gleichzeitig dazu in der Lage sind, Wettbewerbsvorteile zu erzielen.
Das dabei angewandte Prozedere erlaubt, strategische ökonomische, ökologische und soziale Ziele festzustecken, die mittels KPIs (Key Performance Indicators) kontrolliert werden.
Der neue Ansatz zusammen mit den Kompetenzen des PMIR wird es Organisationen ermöglichen, die Grenzen der traditionellen Finanzberichterstattung zu überwinden und ihre Aufmerksamkeit ebenso auf immaterielle Vermögenswerte zu lenken, indem sie ein wachsendes Bewusstsein für Risikofaktoren, Chancen und Ergebnisse erwerben, die die Fähigkeit der Organisation beeinflussen, mittel- und langfristige Werte zu schaffen.
Ziele
Das Projekt will einen Project Manager für integrierten Report ins Leben rufen, der auf europäischer Ebene anerkannt sein wird dank der ECVET Methodologie.
Der Project Manager für integrierten Report ist Fachmann mit einer cross-linking Funktion, der zwischen den verschiedenen Businessfeldern agiert. Er soll koordinieren und ein komplexes Vorbereitungsdokument umsetzen können, das das Unternehmen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.
Um diese Position bestmöglich besetzen zu können, müssen Kompetenzen in Betriebswirtschaft vorliegen, um die Bilanz eines Unternehmens interpretieren und evaluieren zu können. Ebenso müssen fachübergreifende Kompetenzen im Bereich Verwaltung, Projektmanagement sowie Statistik vorhanden sein.
Zielgruppe
Direkt
– Absolventen der Fächer Wirtschaft oder Ingenieurwesen (insbesondere Betriebswirtschaft)
– Fachkräfte wie Unternehmensberater oder Buchhalter
– Arbeitnehmer, die neue Kompetenzen erwerben und sich intern etablieren möchten
Indirekt
– öffentliche und private Unternehmen, zu denen kleine, mittelständische und große Unternehmen aus verschiedenen Sektoren zählen, ebenfalls aus dem dritten Sektor
Projektphasen (3 Jahre)
1. Jahr
– Ausarbeitung der Reportanalyse bzgl. des Bedarfs
– Entwicklung der Didaktik Plattform
– Entwicklung des Webinars und des MOOC
2. Jahr
– Entwicklung einer Matrix für die Lernresultate
– Online Fortbildungen über das Webinar
3. Jahr
– Entwicklung einer DB zur Ermittlung der Indikatoren des Integrierten Berichts
– Pilottestphase und europäische Mobilität für die Teilnehmer
Nutzen/Auswirkungen
– Die Absolventen verbessern ihre Beschäftigungschancen, indem sie innovative Kompetenzen erwerben, die von allen Unternehmen gefordert werden
– Fachkräfte und Arbeitnehmer verbessern ihre Kenntnisse, Fähigkeiten und ihre Kompetenzen bei der Berichterstattung sowie der Darstellung integrierter Prozesse bzgl. Nachhaltigkeitsthemen mittels der Auswertung von Daten und spezifischen Informationen; Verbesserung der technischen, administrativen und organisatorischen Kompetenzen
– Die direkt oder indirekt am Projekt beteiligten Unternehmen (das betrifft jede Art von Unternehmen: kleine, mittelständische oder große Unternehmen, Profit oder non Profit, Einrichtungen, gemeinnützige Organisationen, Banken und Versicherungen) können einen Berichterstattungs- sowie Bewusstseinsprozess initiieren, indem sie einen PMIR einstellen und sich auf kompetentes und gut ausgebildetes Personal stützen; wenn sie bereits Erfahrung auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit haben, können sie die internen Prozesse, die die Berichterstattung der Nachhaltigkeit steuern, verbessern und ausweiten
Nachhaltigkeit
Die Projektpartner sind an die Berufsausbildung, die soziale Inklusion benachteiligter Gruppen, die Beschäftigungspolitik und die IKT gebunden; die Heterogenität der Gruppen ist wichtig, um die Bedürfnisse der direkten und indirekten Zielgruppen zu unterstützen.
Öffentliche Institutionen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene werden an den Verbreitungsaktivitäten und des Weiterverfolgung des Projekts durch Langzeitberichte beteiligt, die zur Unterzeichnung des Memorandums zur Unterstützung des europäischen Netzwerks führen.
Ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit der Projektergebnisse wird von der Universität Siena geleistet, die sich zu Folgendem verpflichtet:
– Entwicklung eines Master-Abschlusses in Berufsbildung für Mitarbeiter von Organisationen und Hochschulabsolventen
– Integration des MOOC in die bereits bestehenden Plattformen der Universität Siena
Die im Rahmen des Projekts entwickelten Ergebnisse stellen eine Basis von Wissen, Erfahrungen und Methoden dar, die allen gemeinsam und von nachvollziehbar sind, in einem Informationsaustausch und steter Weiterbildung.

